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Heute im hdgö

hdgö/Lorenz Paulus
Über die Web-Ausstellung „Europa der Diktaturen“

Das Haus der Geschichte Österreich stellt jene Fragen an die Vergangenheit, die heute drängend sind. Außerdem ist es dem Museum ein Anliegen, zu zeigen, dass Entwicklungen in Österreich mit einem Blick über den Tellerrand besser verstanden werden können. Die Web-Ausstellung „Europa der Diktaturen“ ist ein Beispiel für beides. Um Entwicklungen in der Gegenwart zu erklären, werden immer wieder Parallelen zur Vergangenheit gezogen: Viele europäischen Demokratien sind schon einmal – nach dem Ersten Weltkrieg – gescheitert. Welche Wege haben Europa damals in den Abgrund geführt? Wie ähnlich war die Entwicklung in Österreich damals jener in anderen Ländern? Ist der Vergleich mit der Gegenwart zulässig? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es zwischen damals und heute? Was sind akzeptable Änderungen im Rahmen der ständigen Anpassung des politischen Systems einer Demokratie und wann kippt ein Staat?

 

Diese Fragen rückt das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) in das Zentrum seiner Web-Ausstellung „Europa der Diktaturen“. Diese bietet eine völlig neue Übersicht über den gesamten Kontinent von 1914 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Zahlreiche Details zu jedem einzelnen Staat machen dabei die unterschiedlichen Ideologien erstmals im Detail vergleichbar – von Plänen zum radikalen Umsturz der Gesellschaft, über Eroberung, Geschlechterpolitik bis hin zur Beschränkung der Pressefreiheit. Mit der Web-Ausstellung können nicht nur die großen Staaten untersucht werden, sondern alle von der Türkei bis Großbritannien und Portugal bis zu Sowjetunion. Erzählt wird dabei auch die Geschichte vieler unabhängiger Staaten, die praktisch vergessen sind, etwa Mittellitauen und Fiume oder die multiethnischen Stadt-Staaten von Danzig und Triest. Der Fokus der Web-Ausstellung betritt Neuland, indem er es erlaubt, tatsächlich alle Diktaturen nebeneinander und gleichzeitig zu betrachten. Im Folgenden möchten wir als Museum erklären, was die Web-Ausstellung bietet und erklären, wie wir entschieden haben.

Was die Ausstellung bietet

Die Web-Ausstellung bietet Überblicksinformationen zu jedem Staat Europas, und zeigt oberflächlich die Veränderungen der Grenzen, das Entstehen und Verschwinden von Staaten. Wenn Sie auf einen demokratischen Staat klicken, erhalten Sie eine kurze Überblicksinformation. Für Diktaturen bieten wir eine ausführliche Besprechung anhand von neun thematischen Schwerpunkten. Grundlage dessen sind nicht quantitative Daten, wie beispielsweise Wahlergebnisse oder Zusammensetzung der Bevölkerung. Vielmehr macht die interaktive Karte qualitative Darstellungen gut vergleichbar und zugänglich. Die Grundlagen dafür sind Ergebnisse der geschichtswissenschaftlichen Forschung, die wir zusammengefasst haben. Diese Informationen beschreiben, wie sich das Regime selbst darstellte, welche Politik es verfolgte und wie sich die Situation entwickelte. Sie können nach einem Klick auf ein Land in der Zeit vor und zurück gehen oder die Staaten in einem bestimmten Jahr miteinander vergleichen. Dazu bieten wir neun Merkmale an, die sie auch auf der Kartenebene schon finden und die in der Legende erklärt werden. Diese erklären, wie sehr sich die Politik einer Diktatur an faschistischem Gedankengut orientierte.

Wie wir entschieden haben

Die Farben der Landkarte vermitteln, wann wir etwas als eine Demokratie (in blassem Grün, Blau, Violett oder Gelb) und wann als Diktatur (in Rottönen und mit Kreisen) eingestuft haben. Dabei gibt es keine eindeutige Lösung. Viele Diktaturen entstanden nicht abrupt, vielmehr wurde die Demokratie über Jahre immer mehr eingeschränkt. Wir haben uns hier nicht an den rechtlichen Grundlagen orientiert (z.B. an Verfassungen), sondern an der politischen Kultur, durch die das Leben von BürgerInnen bestimmt wurde. Ebenso haben wir uns bei der Beurteilung der Merkmale nicht an der abstrakten Ideologie eines Staates oder der Bewegung, die diktatorisch regierte, orientiert, sondern daran, was tatsächlich politische Praxis war. Deshalb existiert beispielsweise kein Eintrag zum Lajtabánság, einem Kleinstaat, den ungarisch-nationalistische Kämpfer für das Gebiet des heutigen Burgenlands im Oktober 1921 in Felsöör/Oberwart ausriefen. Nicht nur waren die militärischen Konflikte sehr schnell gegen diese Truppen entschieden. Der Staat existierte nur als Idee, aber nicht in der Realität und wird daher hier nicht abgebildet. Mehr dazu bietet aber unsere Webausstellung „Abgestimmt! Wie Grenzen entstehen.

„Europa der Diktaturen“ bietet eine Übersicht für jedes einzelne Jahr (mit Ausnahme des Ersten Weltkriegs). Dabei haben wir nicht einen Stichtag herangezogen, sondern versucht, die entscheidenden Entwicklungen eines Jahres in einer Karte zusammenzufassen. Besonders deutlich ist das an der Veränderung von Staaten zu sehen: Ob ein Land von einer Demokratie zu einer Diktatur wurde oder umgekehrt, ob es gegründet wurde oder verschwand und was seine Merkmale sind. Bei der Entscheidung haben wir mehrere Aspekte in Betracht gezogen: Erstens haben wir uns daran orientiert, welche Entwicklung länger andauert (wenn ein Staat schon im März verschwindet, haben wir ihn in diesem Jahr eher nicht mehr eingetragen). Zweitens haben wir versucht, möglichst viele Entwicklungen abzubilden, auch wenn sie kurz hintereinander erfolgen (Deshalb ist beispielsweise das „Sudetenland“ 1938 schon als Teil des Deutschen Reichs eingezeichnet, weil sonst die stufenweise Zerstörung der Tschechoslowakei nicht sichtbar wäre, sondern als viel plötzlicher dargestellt würde). Als drittes Kriterium kommt schließlich noch die Relevanz einer Veränderung für die Präsenz von Diktaturen und deren Charakter (das ist ja das zentrale Thema dieser Web-Ausstellung) in Betracht. Das heißt, wir haben vor allem auf die Veränderungen in Bezug auf die Aspekte von politischer Kultur geachtet und allgemeinen Grenzverschiebungen etc. nicht in den kleinsten Details wiedergegeben und daher teils in größeren Entwicklungen mitgerechnet. 

Ähnliches gilt auch für Frontverläufe, nur das hier das erste Kriterium so etwas wie ein Abbild der für ein Jahr prägenden Entwicklungen war. Wir haben nicht einen „Zwischenstand“ für jedes Jahr errechnet, sondern die nachhaltigste und entscheidendste Veränderung abgebildet. Noch stärker greift hier aber unser Fokus: Die Landkarte kann in ihrer Granulierung auf Jahre kein vollständiges Abbild der komplexen Frontverschiebungen während des 2. Weltkriegs leisten und will das auch gar nicht. Vielmehr ist es ihr Ziel, die Auswirkung des Krieges auf das Entstehen von Diktaturen und Demokratien zu zeigen, die ja bis heute noch die politische Ordnung in Europa bestimmen.

Offen für alle

Wie alle Angebote des hdgö steht die Web-Ausstellung „Europa der Diktaturen“ zweisprachig deutsch und englisch gratis zur Verfügung und kann auch von anderen Institutionen rechtefrei eingesetzt werden. Der Inhalt reagiert auf den Lehrplan für Geschichte und Sozialkunde in der achten Schulstufe, und orientiert sich in Bezug auf Sprache und Aufbau an diesen SchülerInnen. Deshalb haben wir zu dieser Web-Ausstellung auch ein Glossar erarbeitet, das wichtige Begriffe der politischen Geschichte einfach erklärt.

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