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Der höchste Sockel Wiens für Lueger?
Ein Kommentar von Dr. Monika Sommer, Direktorin Haus der Geschichte Österreich

Die Forderung, das Denkmal von Karl Lueger auf dem gleichnamigen Platz zu stürzen, erhitzt seit mehreren Wochen die Gemüter und zeigt einmal mehr die Gegenwart von Vergangenheit. Schon seit mehreren Jahren wird in Wellen die Form der öffentlichen Erinnerung an den einstigen Wiener Bürgermeister hinterfragt. Im Wesentlichen werden zwei Pole seines Wirkens einander gegenübergestellt: Seine Beträge, Wien zu einer modernen Großstadt auszubauen, sind ebenso evident wie sein populistischer Antisemitismus. Welcher Aspekt der Erinnerung überwiegt aus heutiger Sicht und rechtfertigt die andauernde Ehrung auf einem der höchsten Sockel der Stadt? 

 

Berühmte Wiener:innen, wie der Nobelpreisträger Eric Kandel, der auch die Neue Burg als Standort für das Haus der Geschichte Österreich als Entscheidung mit hoher symbolischer Qualität unterstützt hat, setzten sich intensiv für die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings in Universitätsring ein. Die vor allem von der Universität Wien getragene Initiative war im Jahr 2012 letztlich erfolgreich. Die damalige Diskussion mag wohl einen zentralen Beitrag dazu geleistet haben, dass die Ambivalenz des Kommunalpolitikers breitere Kreise gezogen hat: In so manchem Amtsgebäude, wo seine - und nur seine - Porträts unkommentiert prangten, wurden diese abgenommen und ins Museumsdepot gebracht, Gedenktafeln in einzelnen Schulen mit Glasplatten überdeckt, die das Betrachten ohne gleichzeitige Wahrnehmung des Hinweises auf den populistischen Antisemitismus Luegers unmöglich machen. Eine spannende Form, die es ermöglicht, umstrittenen historischen Persönlichkeiten im 21. Jahrhundert zu be- und zugleich zu entgegnen, denn sie nimmt der ursprünglichen Tafel im doppelten Sinn des Wortes die Eindimensionalität der Erinnerung.

 

Wer wie im öffentlichen Raum einer Stadt und eines Staates geehrt wird – das sagt viel aus über die Verfasstheit einer Gesellschaft. Daher ist es wichtig und richtig, dass dies stets aufs Neue verhandelt wird. Es ist kein Zufall, sondern Ausdruck von Machtverhältnissen, dass Lueger auf dem großen Platz und dem hohen Sockel steht, während einem Zeitgenossen – ebenfalls ein Wohltäter Wiens – eine weniger präsente Form der Würdigung zu Teil wurde: Dem Politiker und Mitinitiator der Wiener Hochquellenleitung sowie jahrelangem Präsidenten der nahegelegenen Akademie der Wissenschaften Eduard Sueß widmete man 1928 – zwei Jahre nach der Denkmalsetzung für Lueger –  lediglich nahe des Palais Schwarzenberg eine einfache Büste. Diese wurde schließlich in der NS-Zeit entfernt, da Sueß jüdischer Herkunft war. Dass sie 1969 an ihrem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt wurde – auch das ist eine Signatur des Nachkriegs-Wien.  

 

Wir sollten uns aktuell die Frage stellen, welche Signatur unsere Generation im Stadtbild hinterlässt – auch oder gerade weil sich künstlerische Denkmalformen ästhetisch längst weiterentwickelt haben. Wollen wir allein als Denkmalstürmer:innen in die Geschichte eingehen oder schaffen wir es auch, Leerstellen im öffentlichen Raum anzupacken? Catrin Bolts Aktion „Statuen umarmen“ im Jahr 2000 und Iris Andrascheks 2009 im Arkadenhof der Universität Wien angebrachte Intervention „Der Muse reichts“ waren Schritte in die richtige Richtung. Denn außer einigen wenigen Ausnahmen wie etwa dem 1929 aufgestellten Denkmal für Auguste Fickert im Türkenschanzpark, dem Maria-Theresien-Denkmal im gleichnamigen Park und dem Kaiserin-Elisabeth-Denkmal im Volksgarten sind Frauenfiguren bestenfalls als Allegorien im öffentlichen Raum vertreten. Immerhin versuchte die Universität Wien 2016 mit sieben Denkmälern für Wissenschafter:innen eine Lücke zu schließen. Das 2018 – auf Privatgrund – aufgestellte „Trümmerfrauen“-Denkmal ist weder inhaltlich noch gestalterisch am Puls der Zeit. Das kann – neben der in den letzten Jahren erfolgten Zunahme der Verkehrsflächenbenennung nach Frauen, den subtilen Baumsetzungen für Johanna Dohnal und der bescheidenen Stele für Hildegard Burjan im Stephansdom – noch nicht alles gewesen sein, denn Österreich ist Heimat vieler großer Töchter. Am 25. Mai hat Paula Preradović ihren 70. Todestag.

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